Burnout-Prävention für Führungsfrauen: 3 Ebenen, die wirken

Astrid Dietrich

Mai 27, 2026

In diesem Beitrag

🚨 Akute Krise oder Verdacht auf Burnout?

Dieser Artikel beschreibt Prävention im grünen Bereich (noch keine akuten Symptome).

Wenn du bereits Burnout-Symptome bei dir bemerkst:
  • Hausärztin in den nächsten 24–48 Stunden kontaktieren (Bestandsaufnahme + körperliche Abklärung)
  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (kostenfrei, 24/7, anonym)
  • Akute Lebensgefahr: Notruf 112
Für akute Sofort-Hebel folgt am 29.05. ein Schwester-Artikel „Was tun bei Burnout? 7 Sofort-Hebel“ (in Vorbereitung, Link wird nach Live-Schaltung aktiviert).

Dieser Artikel ersetzt KEINE ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.
TL;DR: Burnout-Prävention für Führungsfrauen in 100 Wörtern:

Burnout-Prävention funktioniert über drei Ebenen, die gleichzeitig wirken müssen: Nervensystem regulieren (Polyvagal, Mikro-Routinen), Mental Load reduzieren (sichtbar machen, Verantwortung teilen) und Perfektionismus auflösen (lösungsfokussiert nach Steve de Shazer). Klassische 10-Tipps-Listen reichen nicht, wenn dein Nervensystem schon seit Monaten nicht runterkommt. Realistisch sind 12-16 Wochen konsequente Arbeit im präventiven Bereich. Sobald drei oder mehr Symptome über mehr als vier Wochen anhalten, ist Prävention nicht mehr genug. Dann braucht es ärztliche und psychotherapeutische Begleitung.

Geschrieben von Astrid Dietrich, Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Methodische Anker: Polyvagaltheorie nach Stephen Porges, lösungsfokussierte Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer, Nebenbei-Prinzip für Führungsfrauen im Konzernumfeld.

Was ist Burnout-Prävention? (Definition + 3-Ebenen-Modell)

Klartext: Burnout-Prävention ist tägliche Arbeit an drei Systemen, die bei Führungsfrauen gleichzeitig unter Last stehen. Keine Wellness-Aufgabe, kein 30-Minuten-Yoga-Kurs am Mittwochabend.

Definition: Burnout-Prävention sind die Schritte, die du gehst, bevor klinische Symptome auftreten. Christina Maslach beschrieb Burnout 1981 in drei Dimensionen: emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierte Leistungsfähigkeit. Effektive Prävention adressiert die drei zugrundeliegenden Systeme. Nicht die Oberflächen-Symptome wie Müdigkeit oder Reizbarkeit.

Diese drei Systeme bilden mein 3-Ebenen-Modell:

  1. Ebene 1: Nervensystem regulieren (physiologisch). Ohne ein stabiles autonomes Nervensystem greift keine kognitive Maßnahme.
  2. Ebene 2: Mental Load reduzieren (kognitiv). Wer 40-60 To-do-Punkte gleichzeitig im Kopf trägt, bleibt nachts in Aktivierung statt im Schlaf.
  3. Ebene 3: Perfektionismus auflösen (emotional). Solange Perfektionismus als Sicherheitsmuster aktiv ist, verschiebt du die Last nur intern.
„Burnout-Prävention für Führungsfrauen funktioniert über drei Ebenen: Nervensystem regulieren, Mental Load reduzieren, Perfektionismus auflösen. Klassische 10-Tipps-Listen reichen nicht.“

Was Burnout-Prävention nicht ist: ein 30-Minuten-Yoga-Kurs am Mittwochabend. Kein Wochenend-Retreat. Auch nicht „einfach mal durchatmen“. Und schon gar nicht „mehr Disziplin“.

3-Ebenen-Modell der Burnout-Prävention und Burnout-Präventation: Nervensystem, Mental Load, Perfektionismus

Warum klassische 10-Tipps-Listen für Führungsfrauen nicht reichen

Du kennst die Listen. „10 Tipps gegen Burnout.“ Punkt 1: mehr Sport. Punkt 2: mehr Schlaf. Punkt 3: lerne, Nein zu sagen.

Ich nehme die Schlussfolgerung vorweg: Das funktioniert nur, wenn dein Nervensystem schon stabil ist. Wenn nicht, verschärfen diese Tipps dein Problem.

Polyvagal-Argument. Stephen Porges hat in seiner Polyvagaltheorie drei autonome Zustände beschrieben. Bei chronischem Stress ist das sympathische System (Kampf/Flucht) dauerhaft aktiv. Mehr Sport pumpt Cortisol zusätzlich hoch. Mehr Schlaf gelingt nicht, weil das System nicht abschaltet. „Mehr Nein-Sagen“ ist ein Symptom-Tipp, ohne dass die Ursache (die unsichtbare mentale Last) reduziert wurde.

Female Leaders im Konzern tragen eine spezifische Doppelbelastung: berufliche Verantwortung plus die statistisch nachgewiesene Mehrlast in der Privatsphäre (Mental Load, Care-Arbeit, soziale Erwartungen). Generische Stress-Tipps adressieren diese Spezifik nicht. Krankenkassen-Kurse sind hilfreich für Einsteigerinnen, aber meist nicht ausreichend für Komplexbelastung.

Ebene 1: Nervensystem regulieren (physiologische Prävention)

Das autonome Nervensystem ist die Basis. Es entscheidet, ob du Schlaf, Verdauung und Konzentration überhaupt regenerieren kannst. Wer auf den anderen beiden Ebenen arbeitet, ohne diese zu stabilisieren, baut auf Sand.

Polyvagal in zwei Sätzen: Dein Vagusnerv reguliert ventralen (sicher, sozial) und dorsalen (Shutdown, Erschöpfung) Zustand. Zwischen ihnen liegt der Sympathikus (Aktivierung). Burnout zeigt sich häufig als chronisches Hängenbleiben im sympathischen Modus mit Kippen ins dorsale Shutdown. Das ist mehr als „zu viel Stress“.

„Mehr Sport allein verschärft Burnout-Symptome, wenn das Nervensystem schon im Dauerstress ist. Frequenz schlägt Dauer: 90 Sekunden tägliche Nervensystem-Regulation sind wirksamer als 60 Minuten Yoga am Wochenende.“

Mikro-Routinen statt Mega-Programme. 90 Sekunden 4-6-Atmung am Morgen sind wirksamer als 60 Minuten Yoga am Wochenende. Warum? Frequenz schlägt Dauer. Das Nervensystem lernt durch Wiederholung, nicht durch Intensität.

Konkrete Mikro-Routine: vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen. Wiederholen für 90 Sekunden. Direkt nach dem Aufwachen, vor dem ersten Meeting, beim Übergang von Arbeit zu Privat. Dreimal am Tag, nicht mehr.

Tiefere Vagusnerv-Aktivierung mit konkreten Techniken findest du im Pillar-Artikel zu Vagusnerv-Übungen. Die sieben Techniken dort sind direkt anschlussfähig an dieses Modell.

Ebene 2: Mental Load reduzieren (kognitive Prävention)

Mental Load ist die unsichtbare Vorstufe von Burnout. Wer ständig 40 bis 60 To-do-Punkte im Kopf trägt (Geburtstagsgeschenk für die Schwiegermutter, Kita-Anmeldung, Pollensaison-Tabletten besorgen, Steuererklärung, Quartalsmeeting), bleibt nachts in Stress-Aktivierung. Der Schlaf wird zur Mangelware.

„Mental Load ist die unsichtbare Vorstufe von Burnout. Wer 40-60 To-do-Punkte im Kopf trägt, bleibt nachts in Stress-Aktivierung statt im Schlaf.“

Sichtbar machen, Schritt 1. Trag eine Woche jede mentale Last in eine Liste ein. Jede. Auch die kleinen. Das Wochenend-Frühstück planen. Geburtstagskarte besorgen. Daran denken, dass der Hund Wurmkur braucht.

Verantwortung teilen, Schritt 2. Die Liste ist Verhandlungsgrundlage. Mit Partner, mit Team, mit Familie. Frag konkret: „Dies ist die Liste. Welche Punkte übernimmst du komplett?“

Mental Load ist meine Hauptdomäne. Der Pillar-Artikel zu Mental Load zeigt im Detail, warum dein Kopf nie wirklich frei wird und wie sich das ändern lässt.

Ebene 3: Perfektionismus auflösen (emotionale Prävention)

Perfektionismus arbeitet als Sicherheits-Strategie deines Nervensystems. Solange er aktiv ist, kann keine Prävention greifen. Du verschiebst die Last nur intern.

„Perfektionismus arbeitet als Sicherheits-Strategie deines Nervensystems. Solange er aktiv ist, kann keine Prävention greifen.“

Lösungsfokussiert nach Steve de Shazer. Statt zu fragen „warum bin ich so perfektionistisch?“, arbeiten wir mit der Wunder-Frage. „Stell dir vor, heute Nacht passiert ein Wunder, und morgen früh wachst du auf, ohne diesen inneren Antreiber. Was wäre das erste, was anders wäre?“

Die Antwort öffnet einen konkreten Hebel. Zum Beispiel: „Ich würde die E-Mail um 17 Uhr schicken statt um 22:30 Uhr, ohne sie nochmal zu lesen.“

Manchmal funktioniert das nicht beim ersten Versuch, und das ist okay. Lösungsfokus ist iterativ, nicht linear.

Die Methodik vertieft sich im Pillar zu Perfektionismus und der de-Shazer-Methode.

Frühwarnsignale erkennen: Wann bist du noch im grünen Bereich?

7-Symptom-Selbst-Check. Wie viele dieser Punkte treffen seit mehr als sechs Wochen auf dich zu?

  1. Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit (Einschlafen oder Durchschlafen)
  2. Konzentrationsabfälle im Job, die anderen auffallen
  3. Reizbarkeit bei kleinen Auslösern (Familie, Kollegen)
  4. Körperliche Symptome ohne klare Diagnose (Verspannungen, Magen-Darm, Herzklopfen)
  5. Rückzug aus sozialen Aktivitäten, die früher Freude brachten
  6. Gefühl, in einer Endlosschleife festzustecken
  7. Wiederkehrende Gedanken an Kündigung oder Aussteigen

Bewertung: 0-2 Punkte → grüner Bereich (Prävention reicht). 3-4 Punkte → gelber Bereich (Begleitung sinnvoll). 5 oder mehr Punkte → roter Bereich (ärztliche und psychotherapeutische Begleitung Pflicht).

„Burnout-Prävention im grünen Bereich braucht 12-16 Wochen strukturierte Arbeit. Im gelben Bereich braucht es Begleitung. Im roten Bereich braucht es Ärztin und Therapie.“

Wer eine differenzierte Phasen-Selbst-Verortung sucht, findet sie ab 30.05. im Schwester-Artikel zu Burnout-Phasen nach Freudenberger und North (in Vorbereitung). Verlinkung erfolgt nach Live-Schaltung.

Der Übergang von Prävention zu Behandlung ist eine medizinische Entscheidung. Wenn die Frühwarnsignale klingeln, ist die Hausärztin in den nächsten 24-48 Stunden die richtige erste Adresse.

Was Krankenkassen-Kurse abdecken (und was nicht)

Hier zwei Sachen ehrlich nebeneinander gestellt: ohne Krankenkassen-Bashing, ohne mich selbst hochzujubeln.

Was Krankenkassen-Kurse abdecken: TK, AOK und Barmer bieten standardisierte Kurse zur Stressbewältigung, Progressive Muskelentspannung, Achtsamkeit nach MBSR. Acht Wochen, einmal wöchentlich, Gruppenformat. Krankenkasse erstattet meist 80-100 Prozent. Gut für Einsteigerinnen, die einen ersten strukturierten Zugang brauchen.

Was sie nicht abdecken: individuelle methodische Tiefe für Führungsfrauen mit komplexer Doppelbelastung. Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie nach de Shazer. Polyvagal-orientierte Begleitung. Konzern-spezifische Themen wie Sichtbarkeit, Sponsoring-Dynamiken oder Wiedereinstieg aus der Elternzeit.

Eine individuelle Begleitung durch eine Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie greift früher und tiefer als ein 8-Wochen-Gruppenkurs. Sie wirkt als methodische Begleitung zwischen Eigenverantwortung und ärztlicher Versorgung. Bei klarer Diagnose bleibt klassische Therapie nötig.

Eine ausführliche Gegenüberstellung der Formate folgt ab 09.06. im Schwester-Artikel zum Vergleich der Stressbewältigungs-Kurse (in Vorbereitung).

Astrids Methodik: drei Bausteine für Führungsfrauen

Mein methodischer Anker hat drei Komponenten, die direkt aus dem 3-Ebenen-Modell folgen.

Nebenbei-Prinzip. Mikro-Routinen im Alltag, nicht zusätzlich. Die 90 Sekunden Atmung passieren auf dem Weg zur Bahn. Die Mental-Load-Liste entsteht beim Spülen. Die Wunder-Frage wandert ins morgendliche Tagebuch. Prävention, die zusätzlichen Zeitaufwand erzeugt, kollabiert nach zwei Wochen. Das ist mein Hauptlerneffekt aus zehn Jahren Klientinnen-Arbeit.

Polyvagal-Anker. Jede kognitive oder emotionale Intervention wird gegen das Nervensystem geprüft. Was beruhigt es? Was triggert es? Eine Mental-Load-Übung, die das System überflutet, ist kontraproduktiv, auch wenn sie inhaltlich sinnvoll ist.

Lösungsfokus statt Problemfokus. Statt zu fragen „warum bin ich so erschöpft?“, arbeiten wir mit „was wäre dein erstes Signal, dass es bergauf geht?“ Steve de Shazer hat diesen Perspektivwechsel als Methodik formalisiert. Sie funktioniert auch außerhalb klassischer Therapiekontexte.

Astrid Dietrich, Heilpraktikerin Psychotherapie, in ihrer Praxis bei der Arbeit mit Burnout-Prävention für Führungsfrauen

Astrids Story: „Ich bin seit über zehn Jahren im Konzern, parallel…“

Ich bin seit über zehn Jahren im Konzern, parallel selbstständig als Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Ich habe das nicht aus dem Lehrbuch gelernt.

Mein eigener „kurz davor“-Moment war an einem Mittwoch im Oktober. Ich saß im Auto vor der Tiefgarage und konnte mich nicht entscheiden, ob ich reinfahren oder weiterfahren sollte. Aus Erschöpfung. Mein Kalender war voll, mein Kopf war voller, mein Körper hatte aufgehört zu signalisieren, was er noch tragen konnte.

Ich habe dann nicht zwölf Wochen Reha gemacht. Ich habe drei Wochen Pause genommen, eine ärztliche Bestandsaufnahme machen lassen, und dann das gebaut, was heute mein 3-Ebenen-Modell ist. Es hat sich für mich bewährt. Und in den letzten Jahren auch für eine Reihe von Klientinnen, die ich begleitet habe.

Das ist eine Methodik, die aus einer Lücke entstanden ist: Krankenkassen-Kurse waren zu generisch, klassische Therapie war zu hoch eingestiegen, Coaching ohne Heilpraktikerin-Hintergrund hat das medizinische Sicherheits-Netz vermissen lassen.

Wer schon an einer Vorstufe steht, findet im Pillar zu chronischem Stress bei berufstätigen Frauen die Brücke zwischen Stress und Burnout.

Key Takeaways

  • Burnout-Prävention funktioniert über drei strukturelle Ebenen: Nervensystem, Mental Load, Perfektionismus.
  • Mehr Sport, mehr Schlaf, mehr Nein-Sagen reichen nicht, wenn das Nervensystem chronisch dysreguliert ist.
  • 90 Sekunden tägliche Atemregulation sind wirksamer als 60 Minuten Wochenend-Yoga.
  • Mental Load sichtbar machen ist die Voraussetzung, um Verantwortung wirklich zu teilen, nicht nur Aufgaben zu delegieren.
  • Perfektionismus arbeitet als Sicherheits-Strategie deines Nervensystems.
  • Ab drei oder mehr Symptomen über mehr als vier Wochen reicht Prävention nicht. Dann braucht es ärztliche Begleitung.

Häufige Fragen zu Burnout-Prävention

Wie kann man Burnout vorbeugen?

Burnout-Prävention funktioniert über drei strukturelle Ebenen: Nervensystem-Regulation (Polyvagal, Mikro-Routinen), Mental-Load-Reduktion (sichtbar machen plus Verantwortung delegieren) und Perfektionismus-Auflösung (lösungsfokussierte Kurzzeittherapie). Klassische Einzeltipps wie „mehr Sport“ oder „mehr Nein-Sagen“ greifen erst, wenn das Nervensystem schon stabil ist. Realistisch sind 12-16 Wochen strukturierte Arbeit im präventiven Bereich.

Was ist Burnout-Prävention?

Burnout-Prävention bezeichnet alle strukturellen Maßnahmen, die das Risiko eines Burnout-Syndroms reduzieren, bevor klinische Symptome auftreten. Sie unterscheidet sich von Burnout-Behandlung darin, dass Betroffene noch arbeitsfähig sind und Schlaf möglich ist. Effektive Prävention setzt an drei Ebenen an: physiologisch (Nervensystem), kognitiv (mentale Last) und emotional (Perfektionismus).

Welche 7 Phasen des Burnouts gibt es?

Freudenberger und North haben 1992 zwölf Stadien des Burnout-Prozesses beschrieben. In populärwissenschaftlichen Übersichten wird das Modell oft auf sieben Phasen verkürzt: 1. Zwang sich zu beweisen, 2. verstärkter Einsatz, 3. Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse, 4. Verdrängung von Konflikten, 5. Umdeutung von Werten, 6. Verleugnung auftretender Probleme, 7. Rückzug. Wissenschaftlich exakt sind die zwölf Phasen. Die 7-Phasen-Variante ist eine im Internet verbreitete Vereinfachung. Eine detaillierte Selbst-Verortung folgt im Schwester-Artikel zu Burnout-Phasen.

Welche Symptome zeigen, dass meine Prävention nicht mehr ausreicht?

Drei Warnsignale sehe ich in meiner Praxis am häufigsten: Schlafstörungen über mehr als sechs Wochen trotz guter Schlafhygiene, Konzentrationsabfälle im Job, die sichtbar werden, und körperliche Symptome ohne medizinische Erklärung (Verspannungen, Magen-Darm, Herzklopfen). Wenn drei oder mehr Symptome über mehr als vier Wochen anhalten, reicht Selbsthilfe nicht mehr. Dann ist hausärztliche und psychotherapeutische Begleitung Pflicht.

Kann Burnout Schwindel auslösen?

Ja, Schwindel ist ein häufiges körperliches Begleitsymptom von Burnout. Anhaltender Stress führt zu Veränderungen in Blutdruck, Atmung und Innenohr-Regulation, was Schwindelgefühle auslösen kann. Auch der Vagusnerv ist über die Herzratenvariabilität an der Schwindel-Regulation beteiligt. Wer Schwindel über mehr als zwei Wochen hat, sollte zuerst die Hausärztin (Blutdruck, Eisen, Schilddrüse) und anschließend die HNO-Ärztin konsultieren, bevor Schwindel als Burnout-Symptom eingeordnet wird.

Hilft eine Burnout-Prävention-Kur über die Krankenkasse?

Krankenkassen-Kurse wie die der TK, AOK oder Barmer bieten allgemeine Stressbewältigung, Progressive Muskelentspannung und Achtsamkeit. Sie sind hilfreich für Einsteigerinnen, aber meist nicht ausreichend für Führungsfrauen mit komplexer Belastung. Eine psychosomatische Reha-Maßnahme ist bei ärztlicher Indikation und nachgewiesener Burnout-Vorstufe sinnvoll. Eine Mutter-Kind-Kur kann zusätzlich indiziert sein, wenn körperliche Erschöpfung mit Kinderbetreuung zusammenfällt. Sie ersetzt aber keine psychotherapeutische Behandlung. Individuelle Begleitung durch eine Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie greift früher und tiefer als ein 8-Wochen-Krankenkassen-Kurs.

Wie unterscheidet sich Burnout-Coaching von Burnout-Therapie?

Coaching ist ein lösungsfokussierter Begleit-Prozess für Menschen, die noch handlungsfähig sind und konkrete Ziele entwickeln wollen. Therapie ist eine fachlich geregelte Behandlung psychischer Erkrankungen, durchgeführt von approbierten Psychotherapeutinnen oder Heilpraktikerinnen beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (geregelt im Heilpraktikergesetz). Bei Burnout im grünen oder gelben Bereich ist Coaching oft sinnvoll. Bei rotem Bereich oder klarer Diagnose ist Therapie indiziert.

Fazit: Wo gehst du als Nächstes hin?

Du hast jetzt das 3-Ebenen-Modell, du kennst die Polyvagal-Logik dahinter, und du weißt, warum 10-Tipps-Listen Schwächen haben. Du hast einen 7-Symptom-Selbst-Check, der dich grob im grünen, gelben oder roten Bereich verortet.

Drei mögliche nächste Schritte, je nachdem, wo du gerade stehst:

1. Strukturiert vorbeugen (grüner Bereich):

Wenn du im grünen Bereich bist und strukturiert vorbeugen willst, ohne sofort in 1:1-Coaching zu investieren: Burnout Blocker Blueprint: mein 14-Tage-Selbstlernprogramm. 10 Minuten täglich, 27 Euro. Methodisch fundiert, ohne Esoterik.
2. Klären, wo du stehst:

Wenn du dir unsicher bist, ob Prävention reicht oder ob du schon Begleitung brauchst: buch einen kostenlosen 20-Minuten-Coffee Chat. Klar, ehrlich, ohne Verkaufsschiene.
3. Individuelle Bestandsaufnahme (gelber Bereich):

Für eine strukturierte Verortung mit Methodik: Calm & Clarity Calls. Zwei Sessions, 1:1, gezielt für eine Person, die wissen will, wo sie steht und was der nächste Schritt ist.

Egal welcher Schritt: Wenn die akute Symptomatik überwiegt, ist die Hausärztin die erste Adresse. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Über die Autorin

Astrid Dietrich ist Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, seit über zehn Jahren parallel im Konzern und in eigener Praxis tätig. Ihre methodischen Anker sind die Polyvagaltheorie nach Stephen Porges, die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und das Nebenbei-Prinzip für Führungsfrauen im Konzernumfeld. Sie arbeitet ohne Esoterik, ohne 10-Tipps-Versprechen und ohne moralische Niederlagen-Rhetorik.

Mehr über Astrid

Mehr Tools gegen Mental Load — direkt in dein Postfach

Alle 14 Tage eine Mini-Übung für ein ruhigeres Nervensystem. Kostenlos. Jederzeit kündbar.

Bereit für weniger Mental Load?

Lass uns 20 Minuten unverbindlich sprechen — kostenlos und ohne Verkaufsschiene.

Astrid Dietrich — Burnout-Coach und Heilpraktikerin (Psychotherapie)

ÜBER DIE AUTORIN

Astrid

Astrid Dietrich, Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Seit über zehn Jahren im Konzern, parallel begleitet sie Führungsfrauen, die zwischen Karriere und Erschöpfung pendeln. Wissenschaftlich fundiert. Alltagstauglich. Ohne Esoterik. → Mehr über Astrid

Weitere Themen

Burnout-Prävention für Führungsfrauen: 3 Ebenen, die wirken

Burnout-Prävention für Führungsfrauen funktioniert über drei strukturelle Ebenen: Nervensystem regulieren, Mental Load reduzieren, Perfektionismus auflösen. Klassische 10-Tipps-Listen reichen nicht. Eine Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie erklärt den Polyvagal-Anker und die lösungsfokussierte Methodik. Mit 7-Symptom-Selbst-Check für die Verortung im grünen, gelben oder roten Bereich.

Weiterlesen »

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert